Pressemitteilung: IBA-M kürt Bushaltestelle und Klimaquartier zu Projektkandidaten

Vom Ampertal in die Landeshauptstadt: Die Expressbus-Haltestelle A9 und das Klimaquartier Ramersdorf werden zu IBA-M-Projektkandidaten – und ab jetzt individuell weiterentwickelt.

München, 27. August 2026. Die Internationale Bauausstellung der Metropolregion München (IBA-M) hat zwei neue Projektkandidaten: das Klimaquartier Ramersdorf und die Expressbus-Haltestelle A9 bei Allershausen. Der Empfehlung des Kuratoriums folgend, hat der Aufsichtsrat die beiden neuen Kandidaten bestätigt – ab sofort werden sie individuell vom IBA-M-Team begleitet. Das Ziel: ihr volles Potenzial für zukunftsweisende Mobilität in der Metropolregion entfalten.

Klimaquartier Ramersdorf: Der Mensch im Mittelpunkt

Luftaufnahme des Klimaquartiers Ramersdorf und seiner Umgebung © Münchner Wohnen

Ein Wohnviertel, in dem man am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist: Diese Vision soll im Klimaquartier Ramersdorf Wirklichkeit werden. Aktuell stehen dort 916 Wohneinheiten, weitere sollen hinzukommen. Um das Klima zu schonen, setzt die Münchner Wohnen, die das Projekt eingereicht hat, auf ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept. Dafür werden Fuß- und Radwege verbessert, die Nahversorgung gestärkt, neue Grünflächen geschaffen. Schritt für Schritt, über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren, sinkt die Zahl der Parkplätze pro Wohnung. Dafür werden neue Mobilitätsangebote wie Carsharing, E-Lastenräder oder Reparaturstationen eingeführt. Klimafreundliche Mobilität soll für alle möglich sein, einfach und kostengünstig.

Das gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort: Ko-kreative Beteiligungsformate laden die Bewohnerinnen und Bewohner ein, ihre Mobilitätszukunft aktiv mitzugestalten. Begleitet wird der Prozess von der Hochschule München, der Technischen Universität München sowie vom geplanten Sanierungsmanagement. So wird das Klimaquartier Ramersdorf zum Wegbereiter für zukunftsweisendes Wohnen.

Expressbus-Haltestelle A9: Eine Haltestelle, wie Deutschland sie noch nicht kennt

Skizze der Expressbus-Haltestelle an der A9 © Elisa Holzer / Gemeinde Allershausen

Das Ampertal hat keinen Bahnanschluss – aber eine Autobahn, die A9. Das brachte die Gemeinden Allershausen und Kranzberg auf eine ungewöhnliche Idee: Warum nicht eine Expressbus-Haltestelle bauen, mit Park-and-Ride-Parkplatz, Carsharing und Fahrradschnellweg? Wo heute nur eine Autobahnausfahrt ist, könnten morgen verschiedenste Wege in die ganze Region führen.

Die Expressbuslinie X109 verkehrt schon heute zwischen Ingolstadt und dem Flughafen München. Sie könnte die neue Haltestelle sofort nutzen. In Planung ist außerdem die Linie X610 von Mainburg nach Garching-Hochbrück. Von dort bringt einen die U6 ohne weiteres Umsteigen bis ins Münchner Stadtzentrum. Auch Fernbusse könnten die Haltestelle anfahren. Profitieren würden vor allem die Menschen im ländlichen Ampertal, etwa Auszubildende und Angestellte ohne eigenes Auto, ebenso wie die Unternehmen in der Region.

Doch eine Bushaltestelle direkt an der Autobahn zu betreiben, gehört bislang nicht zu den Aufgaben der Autobahn GmbH des Bundes. Möglich wird das nur, wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern – dafür organisiert das Projekt politische Unterstützung. Die Expressbus-Haltestelle an der A9 könnte so deutschlandweit die erste ihrer Art werden.

Zwei Wege – ein Ziel

„Die beiden Kandidaten könnten unterschiedlicher kaum sein. Das zeigt: Viele Wege führen in die Zukunft“, sagt Prof. Dr. Oliver Weigel, Geschäftsführer der IBA-M. „Städtische Wohnquartiere lassen sich so gestalten, dass klimafreundliche Mobilität Spaß macht. Ländliche Regionen bleiben attraktiv, wenn sie den Menschen auch Alternativen zum Auto bieten. Beide Kandidaten haben das Potenzial, weit über ihren Standort hinaus Vorbild zu sein. Deshalb begleiten wir sie jetzt gezielt auf dem Weg zur Umsetzung.“

Von Ideen zu Projekten

Bei der IBA-M können Vorhaben vier Phasen durchlaufen: Einreichung, Idee, Kandidat, Projekt. Wer den Sprung zum Kandidatenstatus schafft, wird von der IBA-M individuell begleitet. Diese Qualifizierungsphase begann Anfang 2026 mit 16 Projektkandidaten, mit denen unter anderem Auftaktgespräche, Vernetzungsarbeit und Workshops stattfanden. Im Fokus steht die Weiterentwicklung anhand von sechs Exzellenzkriterien. Beispielsweise arbeitet das IBA-M-Team mit den Projekteinreichenden daran, dass ein Vorhaben sein Innovationspotenzial voll ausschöpft, höchsten Gestaltungsansprüchen genügt und internationale Strahlkraft entfaltet. Vollwertige IBA-M-Projekte werden umgesetzt und im Ausstellungsjahr 2034 einer internationalen Öffentlichkeit präsentiert.

Über die IBA-M

Die Internationale Bauausstellung (IBA) ist ein einzigartiges Instrument der Stadt- und Regionalentwicklung. In einem Zeitraum von zehn Jahren werden zukunftsweisende Lösungen neu gedacht, erprobt und öffentlichkeitswirksam präsentiert.

Die IBA-M, Internationale Bauausstellung der Metropolregion München, ist eine IBA der neuen Wege. Mit dem Schwerpunkt Mobilität widmet sie sich zentralen Fragen unserer Zeit: Welche Wege eröffnen wir Menschen? Wie werden wir den unterschiedlichen Bedürfnissen im Stadt-Land-Raum gerecht? Wie gestalten wir die Lebensräume der Zukunft?

Die IBA-M vernetzt Menschen und Ideen. Sie entwickelt innovative Mobilitätsprojekte weiter, bis aus ihnen gebaute und gelebte Realität wird – für Lebensqualität in der Region von übermorgen.


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