#08

Expressbus-Haltestelle A9 

Projektstandort: A9, Ausfahrt Allershausen
Umsetzungszeitraum: mittel
Projektart: Bauvorhaben, Rechtlicher/organisatorischer Rahmen, Service-/Mobilitätsangebot, Projektraum
Projekteinreicher:

Gemeinden Allershausen und Kranzberg zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik sowie der ADAC Stiftung

IBA-M-Projektkandidat-RGB-ac7073

Beschreibung

Das Ampertal hat keinen Bahnanschluss – aber eine Autobahn, die A9. Das brachte die Gemeinden Allershausen und Kranzberg auf eine ungewöhnliche Idee: Warum nicht eine Expressbus-Haltestelle bauen, mit Parkplatz, Carsharing und Fahrradschnellweg? Wo heute nur eine Autobahnausfahrt ist, könnten morgen verschiedenste Wege in die ganze Region führen. 

Eine Bushaltestelle, wie sie Deutschland noch nicht kennt 

Direkt an der A9, Ausfahrt Allershausen, soll eine Expressbus-Haltestelle entstehen. Oder eher: ein multimodaler Mobilitätsknoten. Mit Park-and-Ride-Parkplatz, Sharing- und On-Demand-Angeboten sowie einem Netz aus Fahrradwegen. Ergänzt wird das alles durch digitale Auskünfte, etwa zu freien Stellplätzen und Anschlussmöglichkeiten. So lassen sich verschiedene Verkehrsmittel bequem kombinieren. 

Und wo kommt man da hin? Die Expressbuslinie X109 fährt schon heute von Ingolstadt über die A9 zum Flughafen München. Sie könnte die neue Haltestelle sofort nutzen. Künftig soll die Linie X610 hinzukommen, die von Mainburg über Allershausen nach Garching-Hochbrück führt. Von dort bringt einen die U6 ohne weiteres Umsteigen bis ins Münchner Stadtzentrum. Auch Fernbusse könnten die Haltestelle A9 anfahren – dann käme man von Allershausen fast überall hin. 

Den Menschen neue Wege eröffnen 

Von der neuen Haltestelle profitieren vor allem die Menschen im ländlichen Ampertal. Sie bekommen eine bessere Anbindung nach München und Ingolstadt sowie zum Flughafen. Besonders wichtig ist das für Auszubildende, Angestellte ohne eigenes Auto oder mit Mobilitätseinschränkung. Das ist den Firmen in der Region wichtig, denn nur mit öffentlicher Anbindung bleiben sie für Fachkräfte attraktiv. Pendlerinnen und Pendler, die vom Auto auf den Expressbus umsteigen, können sich entspannt zurücklehnen. Und auch die Gesellschaft insgesamt profitiert: von weniger Lärm, Stau und Luftverschmutzung – und natürlich vom Klimaschutz. 

Neue Wege, neue Regeln 

Die Expressbus-Haltestelle A9 ist mehr als nur ein Stopp: Sie ist die erste ihrer Art in Deutschland. Denn eine Bushaltestelle direkt an der Autobahn zu betreiben, gehört bislang nicht zu den Aufgaben der Autobahn GmbH des Bundes. Möglich wird das nur, wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern. Dafür organisiert das Projekt politische Unterstützung. 

Was als nächstes ansteht: Mobilitätsbedarfe ermitteln, rechtliche Freiräume schaffen und ein Konzept für den Mobilitätsknoten entwickeln. Schon in wenigen Jahren könnte die Expressbus-Haltestelle an der A9 Wirklichkeit werden – als Vorbild für weitere Autobahn-Haltestellen in der Region. 

Organigramm