Welche neuen Chancen und Perspektiven eröffnet die IBA-M für die Mobilität in Augsburg und der Region? Auf der Future Week 2026 wurde genau diese Frage im Austausch mit Expertinnen und Experten, der Stadt Augsburg sowie den Stadtwerken Augsburg diskutiert.

Eine Woche im Zeichen der Zukunft
Mit über 100 verschiedenen Veranstaltungen behandelte die Future Week Augsburg eine Woche lang Zukunftsthemen, wie Digitalisierung, Stadtentwicklung, Klima, Mobilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bereits zum zweiten Mal brachte die Aktionswoche der Stadt Augsburg und der Augsburger Allgemeinen Zeitung unterschiedliche Akteurinnen und Akteure aus beispielweisen Start-ups, Unternehmen, Kommunen und Forschungsreichrichtungen zusammen. Auch wir waren Teil des vielseitigen Programms und sprachen im Welterbe Infozentrum des Augsburger Rathauses über Chancen und Potenziale der IBA-M für Augsburg.

IBAs als Beschleuniger der Transformation
Zu Beginn begrüßte Steffen Kercher, Baureferent der Stadt Augsburg, die Gäste und erklärte, warum die Future Week ein guter Rahmen ist, um über Zukunftsräume zu sprechen. Er eröffnete den Abend mit einem Überblick der Augsburger Stadtgeschichte und warf die Frage in den Raum, wie wir unsere Stadt so gestalten, dass sie auch morgen gut funktioniert. Anschließend stellte Prof. Dr. Oliver Weigel, Geschäftsführer der IBA-M, das Format IBA vor: Internationale Bauausstellungen sind laut Weigel kollektive Lernprozesse, wie wir in Zukunft leben wollen. Anhand vorangegangener IBAs, beispielsweise in Hamburg, Heidelberg oder Stuttgart veranschaulichte Weigel, wie mit einer Internationalen Bauausstellung neue Wohn-, Arbeits- und Mobilitätsräume geschaffen werden können und weshalb das Format ein Motor für gesellschaftlichen Wandel ist. Die IBA-M hat sich bis 2034 zum Ziel gesetzt, eine zukunftsfähige Mobilitätskultur zu etablieren, die soziale, ökologische, ökonomische und technologische Aspekte vereint und somit die Lebensqualität in Stadt und Land stärkt.

Neue Denkansätze im Lernprozess entwickeln
Stefan Schleifer, Leiter und Prokurist der swa KreativWerk GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Augsburg (swa), bereicherte die Diskussion um eine lokale Perspektive. Er beschrieb, wie sich sein eigener Zugang zur IBA durch die IBA-M Summer School 2025 verändert hat. Die dort entwickelten Entwürfe internationaler Studierender für das Gaswerkgelände Augsburg hätten für ihn und die swa neue räumliche Zusammenhänge sichtbar gemacht. Auf dieser Grundlage zeigte er, dass Mobilität weit mehr ist als Verkehr, und Themen wie Lebensqualität, Wasser, Energie und Digitalisierung verbindet. Augsburg habe hier besondere Chancen, weil die Stadtstruktur und die einzigartige Wasserlandschaft zusammengedacht ganz neue Möglichkeiten eröffnen.


Zwischenräume als Orte des Wandels
In der anschließenden Paneldiskussion diskutierten Steffen Kercher und Prof. Dr. Oliver Weigel mit Karin Lang, ehemalige Geschäftsführerin IBA Stuttgart, Mirko Hrnjak, Konzernbereichsleiter Verkehr & Mobilität der swa, Dr. Matthias Köppel, Leiter Standortpolitik der IHK Schwaben und Stefan Schleifer. Moderiert wurde der Austausch von Prof. Bü Prechter, Landschaftsarchitektin & Vorsitzende SAIV e.V. Deutlich wurde, wie unterschiedlich die Blickwinkel auf die Zukunft Augsburgs sind und wie stark Mobilität als verbindendes Element gedacht wird.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus reinen Verkehrsflächen lebendige Orte werden können, die Bewegung, Aufenthalt und Begegnung zusammenbringen. Dabei wurde klar, dass Veränderung vor allem in den Zwischenräumen entsteht: entlang von Infrastruktur, Wasserflächen und Übergängen, wo neue Qualitäten wachsen können. Die IBA-M wurde als offener Möglichkeitsraum beschrieben, der Experimente zulässt und Menschen zusammenbringt. Gleichzeitig zeigte die Diskussion, dass nicht alle Fragen aufgelöst werden können und unterschiedliche Sichtweisen auch produktiv nebeneinander stehen können.
Viele Ideen, ein gemeinsamer Startpunkt
Der Abend diente als Auftakt und Einladung, die verschiedenen Perspektiven zusammenzuführen und weiterzudenken. Zum Abschluss präsentierten sich weitere lokale Initiativen mit kleinen Infoständen im Welterbe Infozentrum. Interessierte konnten dabei vielfältige Ideen und Projekte aus der Augsburger Stadtgesellschaft kennenlernen: von mobilem Klimamoos über neue Formen des Ankommens bis hin zur Aufwertung von Haltestellen. Auch Projekte der Augsburger Stadtverwaltung, beispielsweise der IBA-M-Projektkandidat „Augsburger Wege des Wassers“ stellte sich vor. Die Vielzahl der Ansätze machte deutlich, dass nachhaltige Veränderung nur gelingen kann, wenn sie von vielen Seiten getragen wird. Die IBA-M ist in diesem Prozess die koordinierende Kraft: Sie bündelt bestehende Ideen aus Augsburg und der gesamten Metropolregion München und schafft Räume für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Weiterentwickeln.