In vielen Städten und Gemeinden prägen breite, auf den Autoverkehr ausgerichtete Durchfahrtsstraßen das Zentrum. Doch dort, wo Menschen leben, einkaufen und sich begegnen, braucht es mehr als Asphalt. Das Projekt will diese Straßen neu denken – als lebendige, grüne und sichere Räume für alle, die zum Verweilen, Begegnen und Bewegen einladen, damit Orts- und Stadtmitten auch künftig lebenswert sind.
Eine Frage der Priorisierung
Das Projekt zielt auf einen Kulturwandel in der Planung: Statt Durchfahrtsstraßen nur nach verkehrlichen Vorgaben zu gestalten, sollen städtebauliche Aspekte die Bedeutung der Orts- und Stadtmitten stärken und die Lebensqualität erhöhen. Viele Durchgangsstraßen sind Bundes-, Staats- oder Kreisstraßen und werden von den zuständigen Behörden häufig ohne Rücksicht auf kommunale Bedürfnisse gestaltet. Das Projekt will Kommunen mehr Mitspracherecht in der Gestaltung der Räume rund um die Durchfahrtsstraßen geben und städtebauliche Ansprüche priorisieren – ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit. Gemeinsam mit allen Beteiligten sollen rechtliche Anpassungen und gestalterische Grundsätze neue Leitlinien und Regelwerke für zukunftsfähige innerörtliche Straßenräume schaffen.
Neue Lebensräume in der Mitte
In einem ko-kreativen Prozess werden Herausforderungen und Lösungen erarbeitet, die in zwei Kommunen beispielhaft umgesetzt werden und als Basis für ein modulares Baukastensystem dienen. Die Bausteine sollen weiteren Kommunen helfen, Projekte entlang von Durchfahrtsstraßen umzusetzen, damit funktional genutzte Verkehrsachsen wieder zu lebenswerten, attraktiven Stadt- und Ortsmitten werden – als Herzen und Impulsgeber des öffentlichen Lebens.

