Es ist nur eine Gleisbreite auf einer Brücke – der Braunauer Eisenbahnbrücke. Aber sie kann eine wichtige Verbindung zu den grünen Isarauen im Münchner Südosten herstellen. Das seit mehr als 40 Jahren ungenutzte Gleis bietet genug Platz für Neues. Es soll temporär als neuer Treffpunkt über der Isar zu neuem Leben erweckt und zu einem Fußgängerweg umgenutzt werden. So kann bestehende Infrastruktur revitalisiert und durch den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft geschaffen werden.
Alte Brücke schafft neue Verbindungen
Die 1871 eingeweihte Brücke gehört zu einer Bahntrasse, die quer durch die Stadt vom Hauptbahnhof bis zum Ostbahnhof reicht. Ein Teil wurde 1981 stillgelegt und 2017 unter Denkmalschutz gestellt. Dieser ungenutzte Abschnitt soll von zivilgesellschaftlichen Akteuren temporär als Fußgängerbrücke reaktiviert werden. Neben dem gemeinnützigen Isarlust e.V. sind wichtige Akteure Zeichen & Wunder, die Deutsche Bahn, das THW München Mitte, das Architekturbüro Hannes Rössler und die Stadt München. Mit der „Grünen Brücke“ könnten neue Verbindungen zwischen vier Stadtvierteln und der Isar geschaffen werden und die Fußwege von rund 80.000 Anwohnenden deutlich verkürzt werden.
Zukunft sichtbar machen
Die Grüne Brücke soll mehr sein als nur ein Übergang: Sitzgelegenheiten, Begrünung und Aufenthaltsangebote verwandeln sie in einen öffentlichen Raum für Bewegung, Begegnung und Naturerlebnis. Alle Maßnahmen setzen auf trennbare, wiederverwendbare Materialien, sodass die Brücke nach der Nutzung zurückgebaut oder bei Bedarf dauerhaft weiterentwickelt werden kann. Gleichzeitig dient das Projekt als Reallabor für zukunftsfähige Mobilität und zeigt, wie historische Infrastruktur ressourcenschonend wieder- und umgenutzt werden kann.

